Empfehlung Fachdidaktik

Handreichung Junge Roma in Deutschland

 

Der Kooperationsbund Jugendsozialarbeit hat 2014 eine Handreichung zur Situation junger Roma in Deutschland veröffentlicht. Mit „Junge Roma in Deutschland – Eine Handreichung der BAG EJSA für die Praxis der Jugendsozialarbeit“ dokumentiert die Bundesarbeitsgemeinschaft
Katholische Jugendsozialarbeit e. V. gleichzeitig die von ihr ausgerichtete Fachtagung „Junge Roma in Deutschland“, die am 24./25. April 2013 stattfand. Obwohl die Geschichte und Kultur von Roma zwar für deutsche Lehrpläne vorgesehen sind, werden sie in der Praxis in den meisten Fällen kaum behandelt. Dabei gibt es einen enormen Handlungsbedarf, was insbesondere antiziganistische und rassistische Strukturen deutlich machen, mit welchen sich Roma in der Bundesrepublik konfrontiert sehen. Die Handreichung wirft einen Blick auf die aktuelle Lage junger Roma in Deutschland und bietet damit auch einen Anreiz, eine Erweiterung der eigenen Perspektive als Lehrer/in und Pädagog/in zu versuchen.
Die Handreichung ist aufgeteilt in fachdidaktische und insbesondere soziologische Beiträge sowie einen zweiten Teil, der Workshops der Fachtagung dokumentiert und Anreize zur unmittelbaren Einarbeitung des Themas Antiziganismus in den Unterricht bietet. Den ersten Teil beginnt Daniel Strauß mit einem Überblick der Bildungslandschaft in der Bundesrepublik. Hierzu zieht er aktuelle Bildungsbündnisse sowie ihre Entstehungen heran, die sich explizit mit jungen Roma in Deutschland beschäftigen. Norbert Mappes-Niediek schafft einen transnationalen BlickPerspektive indem er auf die soziale Situation von Roma in Ost- und Südosteuropa eingeht und diese sozialen Umstände mit der medialen Vermittlung von (antiziganistischen) Bildern über Roma und Zuwanderer in Deutschland verknüpft. Eine Vertiefung in die Situation in Deutschland findet durch Sebastian Ludwig und Kasm Cesmedj statt, die sowohl auf aufenhalts- und sozialrechtliche Bedingungen wie die konkrete Bildungssituation von Kindern und Jugendlichen aus Romafamilien eingehen. Nicht zuletzt der Versuch, neue Perspektiven und Strategien vorzustellen, ist gerade bei Cesmedj als sinnvolle politische Dimension in der Handreichung wahrzunehmen.
Der zweite Abschnitt ist insbesondere für praxisorientierte Leser/innen geeignet, da hier zum Teil Workshops zusammengefasst werden, in welchen Unterrichtsmaterial vorgestellt wird, welches direkt in den Unterricht und in die pädagogische Arbeit eingebracht werden kann. Hervorzuheben ist in diesem Zusammenhang Markus Ends Vorstellung eines Methodenhandbuchs zum Thema Antiziganismus in der schulischen und außerschulischen Bildungsarbeit, in welcher er weiterführende Anregungen gibt. Neben diesen praktischen Vorschlägen finden sich, etwa bei Valentina Asimovic, Zvonko Salijevic und Kasm Cesmedj zusammenfassende Überblicke zur bundesdeutschen Bildungslandschaft und ihrer fehlenden Auseinandersetzung mit Antiziganismus sowie positiven Beispielen und Ausblicken.

Die Handreichung „Junge Roma in Deutschland – Eine Handreichung der BAG EJSA für die Praxis der Jugendsozialarbeit“ bietet sich für Lehrer/innen und Pädagog/innen gleichermaßen an. Sie kann teilweise, insbesondere der mediale Aspekt in Norbert Mappes-Niedieks Artikel, in Unterrichtsmaterial transferiert werden und vor allen Dingen als grundlegende Informationsquelle für Pädagog/innen und Lehrer/innen zur Situation junger Roma in der Bundesrepublik dienen. Die konkreten Hinweise zu Unterrichtsmaterialien machen die Broschüre zu einer wichtigen und sinnvollen Ergänzung.

 

 

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